Diskussion um Schlösserstiftung

Thüringer CDU fordert Nachverhandlung für Staatsvertrag

Die Pläne der Landesregierung, die Thüringer Schlösser und Gärten in eine mitteldeutsche Schlösserstiftung mit Sitz in Sachsen-Anhalt einzubringen, stoßen bei der Thüringer CDU auf Widerstand. Es gehe nicht an, wenn "die eigene Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten liquidiert werden und deren Vermögen in die Mitteldeutsche Stiftung eingebracht werden soll", so Christian Hirte im Namen der Thüringer CDU. Dies hieße, das kulturelle Erbe des Freistaates weg- und teilweise aufzugeben. Deshalb fordert Hirte, "den Staatsvertrag zur Errichtung der Mitteldeutschen Schlösserstiftung umgehend nachzuverhandeln." Vernünftiger wäre, dass Thüringen und der Bund ihre versprochenen Beiträge leisten, jedoch die Schlossanlagen und das Vermögen bei den beiden landeseigenen Stiftungen verbleiben. Birgit Diezel, stellv. Landesvorsitzende der CDU Thüringen und Mitglied der Gesellschaft der Thüringer Schlösser und Gärten, unterstützt die Forderung von Christian Hirte und betonte: „Die Thüringer Schlösser sind als Kulturerbe Teil unserer Identität. Gerade jetzt gilt es, unsere Kultur und Geschichte stärker in den Blick zu nehmen.“

„Mit dem diesjährigen 100. Jubiläum wäre es der richtige Zeitpunkt, die Thüringer Schlösserstiftung zu stärken und nicht aufzulösen“, betonte Hirte abschließend.

Hintergrund: Die "Kulturstiftung Mitteldeutschland Schlösser und Gärten" wäre die größte länderübergreifende staatliche Kulturstiftung in Deutschland. Die Planung sieht vor, dass in einem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und der beiden Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt insgesamt 400 Millionen Euro in die Stiftung eingebracht werden. Der Bund soll die Hälfte der Finanzierung Tragen, die andere Hälfte sich die Länder teilen. Sitz der Stiftung soll in Halle/Sachsen-Anhalt sein.